Wolkenmenschen

Wolkenmenschen

Datum: 14. November 2019

Im Norden Perus erstreckt sich ein beinahe unerforschtes Amazonas-Gebiet. Wir sind sechzehn Abenteurer mit einem Ziel: In vierzehn Tagen durch den dichten Dschungel auf der Suche nach Ruinen und Gräbern der Chachapoya.

Wir sind in Peru, im Amazonas, in einer Gegend um den See der Kondore, fast 600 Kilometer nordöstlich von Lima. Ein abgelegenes, geschütztes Gebiet, das wir nur mit einer Genehmigung betreten dürfen. Unsere Amazonas Expedition soll ca. zwei Wochen dauern. Unser Ziel: versunkene Städte, Ruinen und Gräber der Chachapoya, die zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert hoch in den nordöstlichen Anden des heutigen Peru lebten. Chachapoya bedeutet Nebelkrieger oder Wolkenmenschen. Wir sind zehn Expeditionsteilnehmer, die Abenteurer Martin & Tom von Wandermut und ein peruanischer Familienclan, ohne den wir die Widrigkeiten des Amazonas nicht überleben würden. Wir sind erschöpft, verletzt und kämpfen uns jetzt schon seit einigen Expeditionstagen durch den Dschungel. Unser Equipment tragen wir im Rucksack – zwanzig Kilogramm pro Rücken.

Eine ungewisse Amazonas Expedition

Wir wollen den Wolkenmenschen näherkommen, die selbst Archäologen ein Rätsel sind, wir sind das vierte Amazonas Expeditions-Team, wir werden eine neue Route durch den Amazonas nutzen, die selbst unsere Guides noch nicht kennen. Und das obwohl wir wissen, dass die erste Expedition scheiterte, dass die folgenden Expeditionen Schürfwunden, gebrochene Rippen und eine Lungenentzündung hervorbrachten. Doch wir wissen auch: Tom & Martin entdeckten ein Dorf der Nebelkrieger. Wie wird diese Amazonas Expedition ausgehen? Falls wir etwas finden: Wie fühlt es sich an, auf ein Erbe einer so magischen Kultur wie der Wolkenmenschen zu stoßen? Und welche Herausforderungen müssen wir meistern, um wieder aus dem Amazonas zu kommen?

Chachapoya-Experte und peruanischer Familienclan

Die ersten Kilometer führen uns auf einem staubigen Pfad zwischen Palmen und Farnen. Noch fühlen wir uns fit und gesund. Doch das wird sich bald ändern. Schon am ersten Tag wird die Vegetation dichter und wir marschieren zu Fuß entlang eines Flusses. Hier füllen wir unsere Flaschen auf. Wir sind fernab der Zivilisation. Wir können uns nicht evakuieren lassen, falls etwas auf dieser Amazonas Expedition passiert. Deshalb ist ein Medizinkoffer unser Begleiter, erstellt mit der Expertise von Tropenmedizinern.

Wir folgen den Schritten von Roland und einem peruanischen Familienclan. Roland, graues Haar, bereites, freundliches Gesicht, lebt seit mehreren Jahrzehnten in Peru. Er ist unser Chachapoya-Experte. Er wird potentielle Entdeckungen der lokalen Gemeinde melden. Der peruanische Familienclan besteht aus vier Männern, die im Amazonas aufgewachsen sind. Deren Oberhaupt: Don José. Ein drahtiger, lächelnder Mann. Falten ziehen sich über sein Gesicht, und Erfahrungen prägen sein Handeln im Amazonas – überlebenswichtig für uns. Don José klärt uns über unsere neuen Nachbarn auf: Wildtiere, wie Pumas, Jaguare und giftige Schlangen.

Keine Straßen, keine Wege, keine Trampelpfade

Wir marschieren tagelang durch tiefen Matsch, der unsere Gummistiefel einsaugt. Es wird wärmer und riecht nach Moos, Erde und Eukalyptus. Regen lässt die Farben des Waldes noch intensiver wirken. Je mehr wir in den Urwald des Amazonas eindringen, desto dichter wird die Vegetation. Wir haben seit über eine Woche nicht geduscht. Wir sind erst wenige Tage unterwegs und uns trotzdem vertraut. Diese Amazonas Expedition, dieses Abenteuer, ist eine Ausnahmesituation, in der wir als Team uns in den unterschiedlichsten Momenten erleben, uns unterstützen, uns motivieren.

Plötzlich entdecken wir Spuren der Chachapoya. Überall Mauern, kleine Grabstätten, mit Moos bedeckte Steine. Wir schauen uns um, wollen näher ran. Sehen Oberschenkelknochen, Schädel. Und leere Chachapoya Grabkammern… Drumherum finden wir Kletterhaken in Felswänden – professionelle Plünderer entdeckten den Fund vor uns.

Felswände mit roter Farbe lassen auf Chachapoya schließen

Einsamer Krieger

Dann bauen wir unser Camp auf Terrassen der Chachapoya auf, sind umgeben von Wiesen, Bäumen und Felswänden. Tom & Martin fliegen mit einer Drohne die Felswände ab und suchen nach Grabstätten. Vorbei an rot-weißen Malereien der Chachapoya, die den rauen Felsen schmücken. Sie steuern eine Höhle an. Ein weißer Punkt erscheint auf der Kamera. Dann fliegen sie näher ran: eine wahrscheinlich völlig intakte Mumie. Neben ihr ein Speer. Wir vermuten: es handelt es sich um einen Krieger. Roland hatte die Mumie bereits vor 15 Jahren gesichtet, doch er war sich unsicher, ob der einsame Krieger noch da ist. Wir werden die Wiederentdeckung mit Experten besprechen.

Denn über die Chachapoya ist wenig bekannt. Den Namen haben sich die Chachapoya, die Wolkenmenschen, nicht selbst gegeben, sondern die Inka, die ihr Reich um 1475 eroberten. Viele Chachapoya kamen durch Kriege und Krankheiten ums Leben, jetzt leben nur noch wenige von ihnen am Rande des Amazonas.

Abends sitzen wir unter Planen, die uns vor dem Regen schützen. Wir sprechen über unsere Amazonas Expedition, aber auch über das, was uns im Leben bewegt.

Heftige Märsche durch unerforschtes Gebiet

Am nächsten Tag überqueren wir einen breiten Fluss – wir sind erschöpft, verletzt, greifen nach unseren Wanderstöcken. Die meisten schaffen es. Doch für zwei Teilnehmer ist das Abenteuer vorerst vorbei. Sie werden in das nächste Dorf ziehen. Denn sie würden es nicht schaffen, für sie wäre die Expedition zu riskant, ist sich der sonst so motivierte Don José sicher. Denn, wenn wir später tief im Dschungel sind, gibt es kein Zurück und niemand könnte sie holen.

Dann führen uns die Guides in ein Gebiet, dass unerforscht ist. Ein polnischer Wissenschaftler wagte sich in diesen Teil des Amazonas, nur seine Leiche kam zurück. Die Vermutung: Er entdeckte etwas Großes, Spuren der Chachapoya. Wir können nur zwei Meter blicken, dichte Vegetation versperrt die Sicht. Ohne Machete: kein Durchkommen. Wir schlagen den Weg frei und marschieren wenige Kilometer pro Tag.

Hier durchqueren wir einen Fluss.

Mittlerweile sind mehr Teilnehmer krank als gesund. Doch vor uns liegen von nun an heftige Märsche. Immer mehr Teammitglieder greifen zur Medikamentenbox. Als wir das heutige Expeditionsziel erreichen, erwartet uns ein Bienenschwarm. Es wird der Teilnehmer gestochen, der allergisch ist. Die Guides begleiten ihn mit einer Adrenalinspritze, die zum Glück nicht erforderlich ist.

Beinahe geschafft

In den nächsten Tagen wandern wir von morgens bis abends. Wir müssen erneut durch denselben Fluss, dessen Wasserspiegel zwischenzeitlich weiter gestiegen ist. Nach dieser Strapaze treffen wir erstmals wieder auf ein Dorf – und einen Ofen. Ein Abenteurer von uns hat italienische Wurzeln und eine Idee: Pizza für das Dorf. Die dafür benötigten Zutaten sind vorhanden. Er zeigt den Dorfbewohnern, wie man Pizza backt. Wir sitzen gemeinsam mit ihnen auf dem Steinboden zwischen neun riesigen Pizzen und leuchten uns mit Stirnlampen an. Die meisten Expeditionsteilnehmer werden gleich erschöpft in den Schlaf fallen – und vielleicht von den Wolkenmenschen träumen. Ein paar andere bleiben, mit Don José, dem Dorfältesten, rauchen Tabak und trinken Tee mit Kokablättern.

Nach insgesamt etwas mehr als zwei Wochen sind unsere Abenteurer und unser Team wieder in der Stadt Chachapoyas angekommen. Zurück in der Zivilisation, genehmigen wir uns zuerst eine Cola und eine kalte Dusche.

Code item sample content

Neugierig geworden?

Erfahre als erster von neuen Abenteuern!

Social Media

Wir berichten während unseren Expeditionen live über Satellitentelefone direkt aus der Wildnis. Verfolge unsere Abenteuer über Facebook und Instagram.