Orientieren in der Wüste: Nomade vs. Garmin InReach Mini

Orientieren in der Wüste: Nomade vs. Garmin InReach Mini

Autorin: Sarah Friedrich | Datum: 19. Januar 2019 | Werbung & enthält Links zu Werbepartnern

Unsere Abenteuerreise durch die Sahara

Dies ist nicht unsere erste Sahara Expedition und trotzdem ist es für uns und auch für alle unsere Teilnehmer ein ganz besonderer Moment: Der Morgen, an dem unsere Expedition durch die Sahara in Marokko startet. 
Man bereitet sich vor, plant, freut sich wochenlang – und dann geht man einfach los. 

Alle, einschließlich uns, folgen den Nomaden und den 9 Dromedaren. Wir vertrauen ihnen blind, denn sie sind in der Gegend groß geworden und kennen die Wüste wie ihre Westentasche. Es ist beeindruckend, wie sie sich in diesen scheinbar endlosen Weiten und sogar während eines Sandsturms orientieren. Dennoch haben wir dieses Mal einen zusätzlichen Begleiter dabei: das Garmin inReach mini. 

Die ersten Meter aus der Stadt heraus führen über eine schotterige Ebene. Doch so wird unser Weg nicht bleiben. Auf unserer Sahara Expedition durchqueren wir die verschiedensten Wüstenarten, von Geröll, über Sanddünen bis hin zu den Schluchten im Gebirgszug des Jebel Bani.
 Das macht diese Reise so spannend, man weiß nie was der nächste Tag bringen wird. Der Untergrund, die Landschaft um einen herum und der „Biss“ sich weiter voran zu kämpfen – alles ändert sich stetig und mit jedem Tag wird es härter und härter.

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Der Aufbruch | Foto: Joshua Grom

Eines aber hat jeder Tag gemeinsam: die Suche nach einer Wasserquelle. Oft laufen wir stunden- oder auch tagelang und plötzlich, wie aus dem Nichts, tauchen Palmen und eine Oase auf. Für unsere Nomaden ist es kein Problem diese zu finden, aber was, wenn wir hier auf uns alleine gestellt wären? Vermutlich würden wir irgendwo im Nirgendwo verdursten. Ein Grund mehr möglichst viele Wasserstellen im Umkreis zu kennen. Und deswegen war es unser Ziel, möglichst viele GPS Koordinaten der rar gesäten Oasen und Brunnen in der Wüste zu sammeln.

Dieses Mal hatten wir, dank des Sponsorings von Garmin, einen Neuling in unserem Equipment dabei, mit dem wir das Problem langfristig lösen wollen, das Garmin inReach Mini – ein Satelliten-Kommunikationsgerät. Wir werden oft gefragt, welche Expeditionsausrüstung wir nutzen, um uns nicht zu verlaufen, ob nun in der Wüste, in der russischen Tundra oder im Dschungel des Amazonas. Deswegen nutzen wir die Gunst der Stunde, um das Garmin etwas näher vorzustellen und einen kleinen Erfahrungsbericht zu schreiben, denn neben gutem Schuhwerk, ist dies der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. 

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Hier speichern wir die GPS-Koordinaten des Brunnens auf dem Martin sitzt | Foto: Joshua Grom

Garmin inReach und seine Funktionen

Wenn du zu Fuß durch die Wüste läufst und deine Sachen dabei selber im Rucksack trägst, kommt es auf jedes Gramm an. Hier punktet das Gerät ganz klar, da es extrem kompakt und leicht ist, denn es wiegt gerade einmal 100 Gramm. Darin versteckt sich jedoch eine Menge Hightech.

Display

Das inReach mini hat bedingt durch seine Größe nur ein sehr kleines Display. Ein großer Pluspunkt ist jedoch, dass man das Gerät via Bluetooth und der zugehörigen App (Earthmate) mit dem Smartphone verbinden kann. Dadurch hat man ein angenehm großes Display und eine wirklich lesbare Darstellung des Kartenmaterials. Die Karten für die Region hatten wir vor der Tour heruntergeladen. Uns helfen hier vor allem Satelliten- und topografische Karten. Um möglichst viele Informationen über die Verteilung der Brunnen und Oasen zu sammeln, war es uns wichtig die GPS-Daten aller Wasserstellen entlang unserer Route für zukünftige Expeditionen zu tracken. Das hat einwandfrei funktioniert!

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Tag 6 – die Dünen kommen näher | Foto: Joshua Grom

Route und Distanzen aufzeichnen

Wir haben mit dem Garmin inReach Mini auch unsere zurückgelegte Distanzen gemessen, um besser bestimmen zu können, was wir von unserem Tagespensum bereits erreicht haben und was noch vor uns liegt. Natürlich stellen wir diese Frage auch unseren Nomaden, doch jemand, der in der Wüste geboren und aufgewachsen ist, hat durchaus ein anderes Empfinden für Zeit und Distanzen. Da werden aus einer geplanten Stunde schnell mal drei Stunden oder zwei Kilometer stellen sich als neun heraus. Manchmal sind diese Einschätzungen zum Haare raufen aber wie alles andere sind sie Teil der Erfahrung, wenn man mit Nomaden in die Wüste zieht. Auch Teilnehmer unseres Teams sind öfters mit eigenen Tracking-Geräten ausgestattet und verfolgen aus eigenem Interesse die Strecke. Hier müssen wir sagen, dass die Messungen unseres Garmin inReach mini oft von den Geräten der Teilnehmer abwichen. Vermutlich liegt es daran, dass die anderen Geräte die Distanzen anhand von Schritten messen. Im Zweifel trauen wir einer GPS-Messung allerdings mehr.

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Sand so weit das Auge reicht | Foto: Joshua Grom

SMS-Nachrichten versenden

Das inReach Mini ist nicht nur ein einfaches GPS-Gerät, sondern ein Satelliten-Kommunikationsgerät. Das bedeutet, man kann nicht nur Nachrichten empfangen, sondern auch senden. So konnten wir Daheimgebliebenen mitteilen, dass es uns gut geht und unseren Standort mitteilen. Umgekehrt haben wir auch Nachrichten empfangen können. Um ehrlich zu sein, hat die Nachrichten-Funktion keinen großen Vorteil für uns als Wandermut, weil wir nie ohne separatem Satellitentelefon für den Notfall unterwegs sind. Wenn man jedoch alleine unterwegs ist und kein Satellitentelefon hat, macht sich diese Funktion bezahlt.

Social Media-Updates mit dem inReach mini

Auch Updates in Textform für Social Media (z.B. Facebook) sind möglich. 

Die Funktion ist für uns wirklich sehr gut, da wir gerne Live-Updates aus der Wildnis schicken. Der Vorteil hier ist, dass das Gerät die Nachricht sendet, sobald es Empfang hat. Man muss es nicht lästig in den Himmel halten und warten, sondern kann unbekümmert weiterlaufen und das Verschicken läuft von alleine. In der Wüste ist es überhaupt kein Problem, da der Himmel nicht von Baumkronen verdeckt wird und man freies Feld für die Satellitenverbindung hat.

Hier ein Beispiel, wie ein Live-Update mit dem Garmin inReach mini in Facebook aussieht:

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In diesem Jahr hatte es „extrem viel“ in der Wüste geregnet | Foto: Joshua Grom

Wetterdienst

Ein weiterer Dienst, den man mit dem Gerät nutzen kann, sind Wetter-Updates. In der Sahara haben wir diesen Dienst nicht genutzt. Wie zu erwarten gab es viel Sonne, hohe Temperaturen und keinen Niederschlag. Aber das Einsatzgebiet für das Gerät ist groß und wir können uns vorstellen, dass zum Beispiel bei Touren in Bergregionen, wo ein plötzlicher Wetterwechsel gefährlich werden kann, dieser Dienst eine große Hilfe ist. 

SOS-Notruf System

Ein Feature, was wir wirklich als sehr beruhigend empfinden, haben wir zum Glück nicht testen müssen: Das Garmin inReach mini verfügt über ein interaktives Notrufsystem. Drückt man den SOS-Knopf, setzt man einen Notruf ab und wird umgehend mit der GEOS Notrufzentrale verbunden. Das ist ein internationaler Rettungsdienst, der rund ums Jahr 24 Stunden besetzt ist. 
Einmal einen Notruf abgesetzt, wirst du automatisch geortet und die entsprechenden Sicherheitskräfte in der Region werden auf den Weg gebracht. Die ganze Zeit über wirst du über den Stand der Rettungsaktion auf dem Laufenden gehalten.
 Genutzt wird das sogenannte Iridium Satelliten-System, was eine 100% weltweite Abdeckung verspricht. In der Sahara können wir das nur bestätigen, selbst im entlegensten Winkel unserer Expedition hatten wir keine Probleme. Da wir ja aber auch gerne mal im dichten Dschungel unterwegs sind und wir das Gerät auch sicher dorthin mitnehmen werden, sind wir gespannt, wie es dort funktionieren wird.

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Das war mal ein See – nun ist er ausgetrocknet | Foto: Joshua Grom

Akkulaufzeit des Garmins

Wir haben das Gerät tagsüber genutzt und Abends/Nachts, wenn es nichts zu tracken gab, ausgeschaltet. So hat der Akku bei uns ganze 10 Tage durchgehalten. Das empfanden wir schon als recht lang, haben aber gegen Ende doch eine Powerbank gebraucht. Wer also auf längeren Touren mit dem inReach-Gerät unterwegs ist, sollte also eine Powerbank dabei haben. Da die Stromversorgung in entlegenen Gebieten mit allen elektronischen Geräten ein Problem ist, lohnt es sich grundsätzlich Powerbanks mitzunehmen. Einziges Manko dabei: wieder mehr Gewicht.

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Der Sternenhimmel – was soll man da noch sagen… | Foto: Joshua Grom

LifeTrack-Funktion des inReach mini

Was uns besonders gut gefällt, ist, dass das Garmin eine LiveTrack-Funktion hat. Sobald sie aktiviert ist, wird ein personalisierter Link generiert, über den wir von zu Hause aus zu orten sind. Das bedeutet, dass jeder, der den Link hat, auf einer digitalen Karte genau sehen kann, wo sich das Team in dem Moment befindet. Das ist eine Funktion, die wir ganz klar weiter nutzen werden, da man die Karte sogar auf einer Website oder unserem Blog einbinden kann. 

Unser Fazit 

Für uns ist es eigentlich keine Frage – Nomade vs. Garmin inReach Mini. Beide ergänzen sich mit ihren jeweiligen Stärken: Unsere Nomaden sind für uns nicht nur wichtig zur Orientierung und zu unserer Sicherheit, sondern geben uns tiefe Einblicke in ihr Leben in der Wüste und ihre Kultur. Auf die Erfahrungen, die wir mit ihnen geteilt haben und die Freundschaft, die uns mittlerweile verbindet, wollen wir nicht verzichten. Dennoch ist das Garmin inReach Mini, mit seinen Features für uns ein klarer Mehrwert. Seine Funktionen gehen weit über die eines einfachen GPS-Geräts hinaus, es ist ja auch ein Kommunikationsgerät. Und genau diese zusätzliche Funktionen sowie die intuitive Nutzung haben uns überzeugt, das inReach Mini auch in Zukunft zu nutzen. 

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Das Garmin inReach mini | Foto: Joshua Grom

 

 

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