Amazonas Expedition im Juli 2019

Alte Pfade, neue Entdeckungen: Amazonas Expedition im Juli 2019 …

Datum: 15. November 2019

Schon im zweiten Jahr in Folge konnte Wandermut während der sommerlichen Trockenperiode eine Amazonas Expedition in die Siedlungsgebiete der Chachapoya ausrichten.


Und wie bereits im Jahr 2018 entdeckten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Expedition auch in diesem Jahr wieder neue Spuren des verschwundenen Volkes.

Neue Wege gehen, um die Vergangenheit zu verstehen

Abenteuer statt Urlaub, das ist das Motto der Expeditionen. Im Juli 2019 richtete Wandermut die bereits vierte Expedition in das Siedlungsgebiet der Chachapoya aus. Dieses indigene Volk gilt als ausgestorben. Die Chachapoya lebten nicht nur in Peru, im Andengebiet, sondern auch im Amazonasbecken. Nachdem die Abenteurer 2018 bereits bislang unbekannte Siedlungs- und Grabanlagen entdeckten und bislang unerforschte, aber bekannte Anlagen der Chachapoya in Augenschein nehmen konnte, ging es diesmal im Rahmen einer vierten Amazonas Expedition weiter.

Das Ziel der Expedition war auch diesmal, das verschwundene Volk besser zu verstehen und mehr über die Kultur zu erfahren. Einheimische Guides sowie erfahrene Expeditionsführer begleiteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Expedition. Von der Verpflegung über Wasser, Schlafplätze, die Hygiene und bis hin zur medizinischen Versorgung war das Team auf sich selbst gestellt. Das war natürlich nicht immer ganz einfach. Die genutzten Wege im Amazonasgebiet sind teilweise sogar den einheimischen Guides unbekannt. In dem diesmal abgedeckten Gebiet gab es bereits früher Funde. Der Weg sollte entlang einer Schlucht durch den Amazonas-Regenwald führen. Lebensmittel müssen vollständig mitgetragen werden. Das schwere Gepäck ist im unwegsamen Waldgebiet natürlich eher unhandlich, sodass den Teilnehmenden Abenteuer und Anstrengungen garantiert sind.

Zu Anfang der diesjährigen Expedition gab es zwei Fragestellungen: Sehen die bereits bekannten Funde im Gebiet noch genau so aus, wie sie aussehen sollten, oder hat sich seit der Entdeckung etwas verändert? Und dann war da noch der letzte Abschnitt der Reise. Sollte es in diesem noch eher unerschlossenen Gebiet vielleicht sogar unbekannte Stätten der Chachapoya geben, die im Rahmen der Amazonas Expedition bekannt würden?
Amazonas Expedition: Chachapoya Ruinen

Feuchtigkeit, Matsch, Moskitos: Herausforderungen pur

Die Expedition im Juli 2019 führte die Teilnehmenden von den Anden herunter immer tiefer in den Regenwald hinein. Die Landschaft veränderte sich kontinuierlich, es wurde immer feuchter. Schon während der ersten Tage regnete es, die Wege waren verschlammt, Moskitos machten allen zu schaffen. Und die erste große Enttäuschung gab es auch: Eine bereits bekannte Grabstätte, die vor Jahren noch intakt war, wurde zwischenzeitlich geplündert. Die Expeditionsteilnehmenden stellten Filmmaterial zusammen, das die Zerstörungen durch professionelle Grabräuber nachvollziehbar macht: Knochen lagen überall verstreut und durcheinander, die Schädel waren von den übrigen Skeletten getrennt und lagen einfach auf dem Boden. Von den ursprünglichen Grabstätten mit ihrer typischen Ausstattung war nicht mehr viel zu erkennen. Deutlich aber war: Hier hatte jemand sehr professionell Kletterhaken in die Wand geschlagen, hatte sein Equipment zum Teil sogar da gelassen. Das waren keine zufälligen Zerstörungen, sondern gezielte Raubzüge von gut ausgerüsteten Plünderern.

Die Plünderer sind ein großes Problem. Denn nicht alle kulturellen Spuren können direkt bei der ersten Entdeckung erforscht und dokumentiert werden. Eine Expedition ist immer erst einmal ein Abenteuer, das auf die Entdeckung noch unbekannter Stätten abzielt. Um diese Funde wissenschaftlich aufzuarbeiten, sind in der Regel weitere Expeditionen nötig, vor allem müssen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Funde dokumentieren. In vielen Fällen gelingt das nicht, bevor Plünderer sich ans Werk machen.

Pures Abenteuer: Übernachtung im Chachapoya-Dorf

Die Nächte sind bei einem solchen Abenteuer das Schwierigste: Wo kann man im Dschungel, inmitten der Wildnis sicher schlafen? Immerhin muss nicht nur der Schlafsack an einem trockenen Ort ausgerollt werden, sondern die Sicherheit vor Parasiten und Wildtieren steht im Mittelpunkt. Das Wetter sollte auch bedacht werden – niemand wird gerne von einem Regenguss mitten in der Nacht weggespült. Daher waren alle Expeditionsteilnehmenden dankbar, dass sie ein verlassenes Dorf der Chachapoya rechtzeitig vor dem Aufschlagen des Nachtlagers erreichten: Dies bedeutete, dass das Team in festen Häusern übernachten konnte. Für die Expeditionsmitglieder war es natürlich noch einmal ein spezielles Abenteuer, die Wohnbauten der Cachapoya nicht nur zu besichtigten, sondern tatsächlich eine ganze Nacht in einem Dorf zu verbringen. Und dann wartete da auch schon die nächste Entdeckung.

Das Expeditionsteam startete eine mit einer Kamera ausgestattete Drohne, um die hohen und steilen Felswände auf Spuren zu untersuchen. Die zahlreichen geplünderten Grabstätten waren bekannt. Die Drohne offenbarte jedoch auch eine völlig intakte Mumie der Chachapoya, die sogar noch einen Speer hielt. Die Mumie war in einer engen Nische an einer nahezu unzugänglichen Stelle versteckt und überblickte recht prominent das Tal. Die Ausstattung und die Position, in der sich der vermutliche Krieger befindet, lassen auf eine ranghohe Person schließen. Vermutlich birgt die Mumie noch weitere Geheimnisse: Aufbewahrt in einem Museum wäre es möglich, sie weiter zu untersuchen und vor allem zu erhalten. Die Entdeckung wurde ausführlich dokumentiert.

Entdeckung einer Mumie
In dieser Felsspalte kann man eine Mumie erkennen (vermutlich die eines Kriegers)

Warum Strapazen statt Urlaub?

Als Teilnehmer einer solchen Expedition, die auch gesundheitlich nicht ganz einfach ist, wird man immer wieder gefragt: Warum nicht einfach stattdessen am Strand liegen? Warum muss man mit mehr oder weniger wildfremden Menschen unter unmenschlichen Bedingungen entlegene Ecken der Erde bereisen? Sich Gefahren aussetzen? Expeditionen verbinden. Es ist ein unglaubliches Gefühl, an seine eigenen Grenzen zu gehen und die Abenteuer in der Gruppe gemeinsam zu bestehen. Diese Erlebnisse schweißen zusammen und lassen aus Fremden sehr schnell Freunde werden. Vielleicht ist es das, was diese Flucht aus dem Alltag so reizvoll macht – vom Nutzen und Erfahrungsgewinn für die Wissenschaft ganz abgesehen.

Das Team der Amazonas Expedition 2019
Das Team der Amazonas Expedition im Juli 2019

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