Amazonas Expedition 4.0

Amazonas Expedition 4.0

Datum: 14. November 2019
Einmal mehr geht es für Wandermut nach Peru zu unserem nächsten Abenteuer im Amazonas-Gebiet. Es ist inzwischen unsere 4. Amazonas Expedition in diese unbarmherzige Gegend - wieder mit dem Ziel, Spuren des Chachapoya-Volkes zu finden, das hier noch vor den Inkas lebte. 2018 haben wir bei einer Amazonas Expedition schon ein bislang noch unbekanntes Dorf der Chachapoyas entdeckt. Jetzt wollen wir noch eine Schippe drauflegen.
Wir sind auf der Suche nach weiteren Grabkammern und Ruinen der Chachapoya-Zivilisation, in der Hoffnung, Grabräubern zuvorzukommen, damit eventuelle Funde an die peruanische Regierung weitergegeben und in Museen ausgestellt werden können. Bisher ist nämlich nur wenig über die Chachapoyas bekannt. Natürlich haben wir keine Grabungserlaubnis. Darum geht es nicht. Jede Entdeckung wird offiziell gemeldet. Dieses Mal versuchen wir es auf einer völlig neuen Route, die selbst unseren erfahrenen Guides, die uns bisher immer sicher durch den Urwald und wieder zurück geführt haben, nicht bekannt ist. Im festgelegten Zielgebiet gab es schon andere Funde, sodass wir auf die eine oder andere Entdeckung hoffen. Doch um unser Expeditionsgebiet zu erreichen, müssen wir erst einmal den Dschungel mit all seinen Gefahren und Herausforderungen überwinden. Ein aufregendes Abenteuer – aber wir verlassen uns auf unsere Top-Guides.

Das Abenteuer "Amazonas Expedition 2019" beginnt

Nach sogfältiger Vorbereitung machen wir uns auf den Weg. Natürlich hat es kräftig geregnet. Wir waten also direkt zu Beginn tagelang durch den Matsch. Und trotzdem: Die Gegend ist der Wahnsinn! Von den Anden bis in den Regenwald hinein verändert sich die Natur täglich. Unsere 1. Station ist eine alte Chachapoya-Grabstätte mit vielen kleinen Grabhäusern, die leider alle schon geplündert wurden. Aber es gibt immer noch viel zu sehen. Bauten, die Jahrhunderten getrotzt haben. Überall liegen Knochen herum, Schädel starren uns aus mit Erde gefüllten Augenhöhlen an. Von wegen „Staub zu Staub“ ... Ruinen der Chachapoya Ab hier führt uns unsere Amazonas Expedition in weitestgehend unerforschtes Gebiet. Wir kommen zu den Überresten eines Chachapoya-Dorfes und verbringen die Nacht zwischen den Ruinen. Ein Wahnsinnsgefühl! In unmittelbarer Nähe befindet sich eine steile Felswand, übersät mit den für die Chachapoya typischen Felsmalereien in roter Farbe, die auf Gräber hindeuten.
Felswände mit roter Farbe lassen auf Chachapoya schließen
Felswände mit roter Farbe lassen auf Chachapoya schließen

Die Entdeckung

Zeit, unsere Drohne von der Kette zu lassen! Am nächsten Tag fliegen wir die Felswand mit den Gräbern ab. Alle schon geplündert. Doch dann entdecken wir eine kleine, verborgene Höhle. Als wir näher ran fliegen, die Überraschung: eine erhaltene Mumie! Vermutlich ein Krieger, denn wir meinen, einen Speer erkennen zu können. Hier gibt es also noch etwas zu entdecken. Ein super Start!
Entdeckung einer Mumie der Chachapoya
In dieser Felsspalte kann man eine Mumie erkennen (vermutlich die eines Kriegers)
Wir ziehen weiter, überqueren einen Fluss und legen einen Zwischenstopp in einem der entlegensten Dörfer des Amazonas-Gebiets ein. In einer von Erdbeben beschädigten Schule schlagen wir unser Nachtlager auf. Fast schon eine Luxusübernachtung! Während wir Kraft für die nächste Etappe sammeln und das Dorfleben beobachten wird klar: Einige Expeditionsteilnehmer können nicht weiterziehen. Ihr Abenteuer ist hier leider zu Ende.

Amazonas Expedition 2019: Auf den Spuren eines Toten

Ab jetzt wird es richtig anspruchsvoll. Wir betreten komplett unerforschtes Gebiet. Dafür müssen wir uns mit Macheten durch den Urwald kämpfen. Bisher hat sich lediglich ein polnischer Wissenschaftler hier rein gewagt ... Und ist nicht mehr herausgekommen. Um seinen Tod ranken sich einige Gerüchte, unter anderem hält sich das Gerücht, dass er nicht zufällig ums Leben gekommen sein soll. Sehr mysteriös. Wir begeben uns auf die Spuren dieses Wissenschaftlers. Wer weiß, was wir herausfinden ... Das nächste Stück Strecke durch das Amazonas-Gebiet verlangt uns alles ab. Wir müssen einen weiteren Fluss durchqueren. Dabei verletzen sich zwei Teilnehmer der Amazons Expedition, sodass sie unsere Gruppe verlassen und in das nächstgelegene Dorf zurückkehren müssen. Ein herber Schlag! Der Rest von uns kämpft sich weiter durch den Dschungel, immer bergauf, bergab. Es ist unglaublich anstrengend. Meter um Meter müssen wir dem Urwald mit Macheten abringen. Doch immer wieder stoßen wir dabei auf Mauerreste von Chachapoya-Siedlungen.
Wandermut-Flussdurchquerung Amazonas 2019
Hier durchqueren wir einen Fluss.
Endlich sind wir am Ziel unserer diesjährigen Amazonas Expedition angekommen. Doch der Dschungel lässt uns kaum 2 Meter Sicht. Also klettern wir in eine 15 Meter hohe Baumkrone, um von dort die Drohne steigen zu lassen und einen besseren Überblick über das Gebiet zu bekommen.
Amazonas Expedition 2019 - der Dschungel
Wir kämpfen uns durch den Dschungel.
Plötzlich erstreckt sich auf dem Monitor ein gigantisches Tal und wir werden mit großartigen Aufnahmen belohnt. Mit der Drohne erkunden wir die Klippen und hoffen, vielleicht eine unberührte Grabkammer zu entdecken. Leider ohne Erfolg. Aber alleine für diese Aufnahmen hat sich die Tour schon gelohnt. Amazonas Expedition 2019: mit einer Drone entstehen solche Bilder

Der Willensakt

Während wir von den Bildern noch völlig geflasht sind, ist es auch schon an der Zeit, sich mental auf den Rückmarsch vorzubereiten. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Großteil der Teammitglieder krank oder verletzt. Und wir wissen: Heftige Märsche und eine weitere Flussüberquerung stehen uns bevor. Und das in unserem allgemein doch recht schlechten Zustand. Das geht jetzt nur noch mit Willenskraft ... und Medikamenten ... Zu allem Überfluss sitzt uns die Zeit im Nacken. Also müssen wir, trotz unseres körperlichen Zustands, von morgens bis abends wandern. Wir beißen die Zähne zusammen und mobilisieren unsere letzten Kräfte: Berge runter, Berge hoch, wieder durch einen Fluss, der durch den Regen ordentlich zugelegt hat.

... und eine kleine Aufheiterung am Ende der Amazonas Expedition

Unser Rückweg führt uns über 2 Dörfer. In einem steht ein Ofen, in dem die Bewohner Brot backen. Dieser wird von einem unserer Teilnehmer kurzerhand zweckentfremdet: und zwar für Pizza! Mann, ist die lecker! Das finden auch die Bewohner, die sich das Rezept ganz genau gemerkt haben. Wir machen uns auf zur letzten Wegstrecke: Über 12 Stunden wandern wir, fast ohne Pause. Jeder Körperteil tut weh – Haut, Kleidung, alles ist durchweicht. Doch endlich erreichen wir eine Straße. Von dort aus geht es mit einem Offroad-Fahrzeug weiter. Als nächstes erreichen wir ein Dorf, in dem es sogar ein Restaurant gibt, wo wir die köstlichste Cola der Welt trinken. Und dann sind wir schon wieder in der Stadt Chachapoyas. Die Zivilisation hat uns wieder! Ein Hotel mit Dusche – der Hammer! Das ist das Ende des 4. Amazonas-Abenteuers von Wandermut. Unser Team hat es geschafft! Gemeinsam haben wir den Dschungel bezwungen, haben purer Erschöpfung, den Gefahren, Verletzungen und Krankheiten getrotzt, eine Mumie entdeckt und sagenhafte Aufnahmen von dem Tal, das wir mit der Drohne erkundet haben, mitgebracht. Und nach der ersten Mütze Schlaf denken wir auch schon über eine eventuelle Folgeexpedition mit Helikopter durch dieses Tal nach. Die Mumie, die wir in der ersten Felswand entdeckt haben, ist auf jeden Fall eine große Sache. Vielleicht können Wandermut und die Stadt Chachapoya ja gemeinsam eine Bergungsaktion starten. Who knows?

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